Alexander Mehlmann
Technische Universität Wien
Institut für Ökonometrie,
Operations Research und
Systemtheorie
Argentinierstr. 8/119, A-1040 Wien, Österreich
Eingegangen am 9. September 1260 v.Chr. / Angenommen am ?????
Der Fall des Kriegsdienstverweigeres Odysseus wird in der vorliegenden Arbeit als Ergebnis der extensiven Zugfolge in einem zweiperiodigen Dreipersonen-Spiel mit unvollständiger Information gedeutet. Die mykenische Partei wird durch den Spieler Palamedes repräsentiert. Dessen Widerparte sind Odysseus der Simulant und Odysseus der Wahnsinnige. Die Information, mit welchem dieser beiden er es in Wirklichkeit zu tun hat, geht Palamedes gleich zu Spielbeginn ab. Im Mythos siegt die Schlauheit des Handwerkers (Palamedes) über die Bauernschläue des Odysseus. Die strategischen Einsichten, die unser Modell liefert, begründen dies, wobei sie mitnichten die handelnden Heroen auf einfache archetypische Schemen reduzieren. In Abhängigkeit von der a priori-Verteilung, die über den Typus des Spieler Odysseus entscheidet, lassen sich jedoch auch andere Lösungen für das zugrundeliegende Signalisierspiel betrachten und anhand der schlüssigen Belief-Strukturen, die Palamedes' Mutmaßungen in den ihm zur Verfügung stehenden Informationsbezirken festlegen, bewerten.
Quem Palamedes ut vidit sensit simulare
atque Telemachum filium eius
cunis sublatum aratro eius
subiecit
(Hyginus
Mythographus
, Fabula XCV)